Donnerstag, 1. September 2011

Dürfen wir unsere Arbeit vorstellen?

Bereits ist wieder mehr als ein Monat vergangen seit unserem Einsatz mit 'Unihockey für Strassenkinder' in den Favelas São Paulos und den Brennpunkten von Curitiba und Praia Grande. In der Zwischenzeit haben wir gegen 4000 Fotos gesichtet, geordnet und zusammengestellt. Viele Erinnerungen kommen dabei wieder hoch; Erinnerungen an Eindrückliches, Bewegendes und Spannendes, an Begegnungen mit Menschen, die sich mit ihrem Leben für die Ärmsten der Welt investieren oder an Gespräche mit Familien, deren Kinder um ihre Kindheit kämpfen müssen... Erinnerungen aber auch an wunderbar lachende Kinderaugen, an motivierte brasilianische Trainerinnen und Trainer und an viele (überraschend) offene Türen.



Was kann ein solcher Einsatz auch bei uns - hier in der Schweiz - für Auswirkungen haben? Was können wir von Brasilien lernen? Was nehmen wir - ausser einem Haufen Fotos und Flipflops - mit in unseren europäischen Alltag? Was kann Sport auf dieser Welt bewirken und wie kann er gerade in der Arbeit mit Strassenkindern eingesetzt werden? Wie viel Wert hat ein Leben? Bist du bereit einen Unterschied zu machen?


Zu diesen und auch weiteren Fragen möchten wir unsere Gedanken - untermalt mit vielen eindrücklichen Bildern und Erlebnisberichten - weitergeben.


Möchtest du für deine Nachbarschaft, deine Gemeinde, deinen Unihockeyklub oder Sportverein, für dein Dorf... einen solchen Abend organisieren? Dann kontaktiere mich!


Gerne gestalten wir einen Brasilienabend in Absprache mit dir. Sicher kann ich / können wir nicht an jeden kleinsten Familientisch kommen, doch so ab 10-15 Personen lohnt's sich alleweil ;-)


Also: Bei Interesse Mail an benj.luethi@hispeed.ch - alles Weitere können wir absprechen.

Sonntag, 31. Juli 2011

Schweizer Geburtstag

"Trittst im Morgenrot daher, sehe ich dich im Strahlenmeer, dich du hocherhabener Heiliger. Wenn der Alpenfirm sich rötet, betet freie Schweizer, betet..."

Wenn morgen die Schweiz ihren Geburtstag gewohnt pompös und mit viel Rambazamba und Feuerwerk feiert, lasst uns die Worte der Nationalhymne nicht vergessen und beim Tausende-von-Franken-in-den-Himmel-Jagen und bei allem Staunen ob der neuen Kreationen von Zuckerstock und Co nicht vergessen, dass es in der einen oder andern Region der Welt weit grössere Probleme gibt, als sich über Nachbars Thunder oder die Frauenfürze zu später Stunde aufzuregen...


In den vergangenen Wochen habe ich unsere wunderbare Schweiz mal wieder so richtig schätzen gelernt - und dabei auch ein Stück Herz in Brasilien liegen gelassen. So wird unser Sohn Gian Noah wohl den 1. August mit dem Brasil-Shirt verbringen wollen...

Lasst uns schätzen, was wir in unserem freien Land alles haben - und selten dafür danken...



Samstag, 23. Juli 2011

Rückreise in die Schweiz

So, nun geht die Zeit hier in Brasilien bereits zu Ende. Drei Wochen mit vielen Highlights, mit viel Eindrücklichem, Spannendem, Erschütterndem, Lustigem, Tiefgreifendem, Traurigem, Hoffnungerweckendem, Erfreulichem gingen wie erwartet schnell vorüber. Und nun freue ich mich, meine Eindrücke zuhause in der Schweiz mit meiner Familie und mit Freunden zu teilen. Vieles wird noch lange in meiner Erinnerung bleiben...


Danke euch allen für die tolle Unterstützung - auch für unsere Family während meiner Abwesenheit von zu Hause. Ich bin der stolzeste Daddy und Ehemann der ganzen Welt - den die grösste Leistung haben in den letzten drei Wochen meine Lieben zu Hause geleistet. Danke!

Donnerstag, 21. Juli 2011

crackland - tief greifende Erlebnisse

Gestern besuchten wir einen Flecken Erde im Zentrum São Paulos, der nur schwer in Worten zu beschreiben ist: crackland, der grösste Drogenumschlagplatz. Was hier an Elend zu sehen ist, ist mit nichts, aber auch gar nichts vergleichbar, was ich bisher erleben durfte. Fotos durften wir während der rund zweistündigen Führung mitten durch das Milieu keine machen - aber in meinen Erinnerungen haben sich viele Eindrücke gesammelt. Sicher werde ich diese nach meiner Rückkehr in die Schweiz auch mit dir austauschen können.
Solche Erfahrungen relativieren ganz viele 'Probleme' unseres Wohlstandes und wir können mit unserem Verstand nur ganz schwer fassen, was da wirklich abgeht.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Favela-Besuch und Kindertraining

Wir besuchten die Arca das Criancas von Julia und Matthias Iseli in der Peripherie von São Paulo. Nach einem zweistündigen Rundgang durch die engen Favelagassen und den spannenden und eindrücklichen Erzählungen und Einblicken in die Leben und Tragik der einzelnen Familien kehrten wir auf den gut ausgebauten Sportplatz der Arca zurück. Hier führten wir mit den zahlreichen Kids, die wir vorher auf unserem Rundgang eingeladen hatten, ein Unihockeyturnier durch. Es war begeisternd, im Anschluss an das Hören dieser krassen Lebensgeschichten das irgendwie schlecht dazu passende Lachen und Strahlen der Kinderaugen zu sehen... sehr berührend, was Iselis mit ihrer Arbeit für die Ärmsten bewegen - und wie Unihockey dabei einen wichtigen Teil beitragen kann, die Geschichte einzelner Kinder entscheidend zu verändern. Diese Erlebnisse relativieren doch einen grossen Teil der in der Schweiz aktuellen Probleme.

Dienstag, 19. Juli 2011

BRA - SUI 1:20

Das Freundschaftspiel zwischen Brasilien und der Schweiz verlief von Beginn weg sehr einseitig. Zwar konnten die Gastgeber nach einem frühen Timeout am Ende des ersten Drittels auf 1:3 verkürzen, in der Folge waren es aber die ehemaligen und aktuellen Schweizer Cracks, die dem Spiel den Stempel aufdrückten. In regelmässigen Abständen erhöhten sie das Skore, so dass am Ende ein schier demütigendes Resultat feststand. Für die bevorstehende WM-Qualifaktionsspiele im kommenden Winter in Texas gibt es noch einiges zu tun...

Torschützen für die Schweiz:
Dietrich (3), Frei (2), Lüthi (6), Hadorn (1), Baumann (1), Ganz (1), Plüss (4), Kaufmann (2)

Samstag, 16. Juli 2011

Kurs over - cool war's!



Heute endete bereits der zweite viertägige Trainerkurs hier in Praia Grande. Wiederum suchten gut zwanzig Brasilianer, ein Amerikaner, ein Holländer und vier Brasilianerinnen während 12 Trainingseinheiten Möglichkeiten, wie der Unihockey bewusst genutzt werden kann, um Kinder und Jugendliche in den schwierigsten Brennpunkten zu erreichen. Am Ende durften wir wiederum vier Starter-Sets an verschiedene Werke abgeben, die nun diese fortan in ihren Projekten einsetzen werden.



Am Nachmittag war dann erstmal ein bisschen ausspannen angesagt. Bei angenehmen Temperaturen konnten wir uns trotz Winterhalbjahr am Strand tummeln.



Am Montag gehts dann weiter nach São Paulo, wo wir die letzte Einsatzwoche verbringen werden. Nebst dem Besuch in Crackland (dem grössten Drogenumschlag- und Prostitutionsplatz in São Paulo) und verschiedenen Favela-Arbeiten werden wir sicher auch noch einige Stunden durch die Stadt ziehen und einige Souvenirs erstehen. Mal warten, was uns da noch alles bewegen wird...



Für Donnerstag wurden wir in die grösste und berühmteste Favela eingeladen und dürfen dort bei einem Favela-Gottesdienst mitwirken. Auch dies, besonders sprachlich, eine besondere Herausforderung... Let's go for it!